Jörg Benne

Autor für Phantastische Romane und Spielbücher

19
Apr

Abenteuer Self-Publishing: Veröffentlichung

In dieser Folge aus meinem Abenteuer Selfpublishing geht es um die Veröffentlichung. Bei meinen bisherigen Veröffentlichungen im Kleinverlag hatte ich damit nicht viel zu tun. Irgendwann war das Buch halt erhältlich und dann hoffte man eben, dass die PR des Verlages was bringt. Diesmal liegt alles an mir.

Abenteuer Self-Publishing
Teil 1: Warum? Teil 7: Der erste Monat
Teil 2: Erwartungen Teil 8: Gratis-Aktion
Teil 3: Kalkulation Teil 9: Print
Teil 4: Lektorat Teil 10: Preisaktion
Teil 5: Cover
Teil 6: Veröffentlichung

Die Veröffentlichung ging schnell, einer der Vorteile des Self-Publishings. Donnerstag Morgen kam der Text aus dem Endkorrektorat, vormittags machte ich mit Kindle Create das Layout und lud bei Amazon alles hoch, abends machte ich einen Testkauf und sah mir das eBook auf meinem Tablet an und da ich mit dem Ergebnis zufrieden war, konnte am Freitag dann die PR-Maschinerie angefeuert werden.

Dies geschah in Form eines Facebook-Postings, das Cover und Klappentext enthüllte. Schon in Leipzig hatte ich einige befreundete Blogger angesprochen, ob sie bereit wären, das Posting dann zu teilen. Also wies ich sie nun darauf hin und das klappte auch alles. Dazu buchte ich noch für 10 Euro Facebook-Werbung mit der Zielgruppe Game of Thrones + eBook, in der Hoffnung noch ein paar mehr Leute zu erwischen. Schließlich stand ja der Start von Staffel 8 ins Haus und Königsfeuer ist auch Intrigen-Fantasy.
Laut Auswertung erreichte der Post 1855 Personen und erzielte 167 Interaktionen. Blöderweise wurde die Anzeige aber fast ausschließlich bei Instagram geschaltet. Als ich das merkte, und die Einstellung vornahm, dass nur noch auf Facebook geworben werden sollte, kamen auch noch ein paar Likes für meine Autorenseite dabei heraus.

In meiner Kalkulation habe ich ja mit einer längeren Einführungsphase geplant, in der ich das eBook günstig anbiete, um möglichst viele Kunden zu erreichen und bei Amazon bei vielen anderen Büchern unter »Kunden kauften auch« aufzutauchen. Ungefähr drei Wochen wollte ich diese Einführungsphase andauern lassen und hoffte, 100 Exemplare abzusetzen, also im Schnitt fünf Exemplare pro Tag.

Die Verkäufe/gelesenen Seiten in der ersten Woche

Nun ist eine Woche rum und das Ziel scheint in weite Ferne gerückt, wie die Grafik zeigt. Am ersten Tag lief es noch sehr ordentlich. Nach einem mauen Tag 2 war auch Tag 3 im erhofften Bereich, aber Tag 4-7 mit insgesamt 2 verkauften Exemplaren treiben mir nun die Sorgenfalten auf die Stirn (als ob ich da nicht schon genug hätte). Auch deshalb, weil ab Tag 3 eine Kampagne bei Amazon Advertising lief, die bislang zwar 28 Klicks aber noch keinen Verkauf brachte. Gut, die Kosten von 1,64 Euro sind marginal, aber der Erfolg eben gleich null.

Total ernüchternd finde ich die Ausbeute bei Kindle Unlimited. Gerade mal 13 gelesene Seiten, damit bin ich im Bruchteil-Cent-Bereich. Dafür habe ich mich exklusiv an Amazon gebunden?

Klar, mein Buch ist eines von Tausenden, die Leute müssen erst mal mitkriegen, dass es das Buch überhaupt gibt. Ein Fehler war vielleicht auch, den Verkauf ohne Rezension in der Hinterhand zu beginnen. Ein Buch ohne Bewertung wird vielleicht erst mal skeptisch beäugt und nicht direkt gekauft, nicht mal für 1,99.

Zum Glück habe ich nun einige interessierte Blogger gefunden, die sich bereit erklärt haben, Königsfeuer zu rezensieren, aber natürlich lassen die nun nicht alles stehen und liegen. Mit etwas Glück kommt nächste Woche die erste Rezension.

Oder liegt es am Klappentext? Weckt der nicht genug Interesse? Ist er zu kurz oder zu lang? Oder spricht das Cover, zu dem ich viele positive Kommentare bekommen habe, die falschen Leute an? War der Release direkt vor den Osterferien ein Fehler?

So schön es ist, als Self-Publisher all diese Sachen selber in der Hand zu haben und nun theoretisch reagieren zu können, so schwer ist es auch, sich zu bremsen und nicht in blinden Aktionismus zu verfallen, verzweifelt an jeder Stellschraube zu drehen und zu gucken, ob sich etwas tut.

Erstmal warte ich die Ostertage ab. Sollte sich das Buch weiter so schleppend verkaufen, werde ich die Einführungsphase beenden, denn dann erfüllt der niedrige Preis seinen Zweck nicht. Und dann schauen wir mal, ob die ersten Rezensionen eine Wende herbeiführen. Mehr dazu, beim nächsten Mal.