Jörg Benne

Autor für Phantastische Romane und Spielbücher

09
Jan

Die Rückkehr der Paladine

»Das Schicksal der Paladine« ist wieder da, diesmal im Self-Publishing und das in der mittlerweile vierten Auflage. Wie es dazu kam, möchte ich in diesem Artikel Revue passieren lassen.

2008-2010 Schreibphase und wenig Hoffnung

Nach einer längeren Schreib-Unlustphase schrieb ich in den Jahren 2008-2010 die komplette Trilogie. Ursprüngliche Motivation war ein Wettbewerb des Heyne-Verlages, der magische Bestseller suchte und dabei sagenhafte 1400 Einsendungen bekam, darunter auch Band 1 meiner Trilogie. Gewonnen hab ich natürlich nicht, aber ich hatte endlich (nach mehr als zehn Jahren Pause) mal wieder was fertig und während der Wettbewerb lief, auch schon weitergeschrieben.

eBooks spielten damals kaum eine Rolle, Kleinverlage gab es nur wenige und die hatten auch ein sehr überschaubares Programm. Selbstveröffentlichen hieß seinerzeit Selbstverlag und Print-On-Demand, allerdings zu anderen Konditionen als heute, weswegen selbstverlegte Bücher meist total überteuert waren.

Ich versuchte daher, über Agenturen in die Verlage zu kommen, vergeblich. Als dann die eBooks aufkamen und sich ein paar neue Kleinverlage vorwagten, schickte ich auch da noch meine Manuskripte hin, begann mich aber gedanklich auch schon mit Self-Publishing auf einer der seit 2010 aufkommenden Plattformen (Neobooks usw…). Idee war, die Bücher über ein selbst programmiertes Browserspiel zu pushen, das bereits in Entwicklung war. Aber es kam anders.

Das Browserspiel erschien übrigens trotzdem, lief aber ziemlich mau mit maximal 100 Spielern und dümpelte ein paar Jahre vor sich hin, ohne nennenswerten Marketing-Effekt.

2011-2015 Koios Verlag

Anfang 2011 meldete sich der Verleger des neu gegründeten Koios Verlages aus Wien, der Das Schicksal der Paladine in sein Start-Programm aufnehmen wollte. Schnell wurden wir uns einig, das Lektorat wurde angegangen, dann brauchte es aber doch einiges an Geduld, denn der Verlag wollte erst im Herbst 2012 mit seinen ersten drei Romanen an den Start gehen.

Im September 2012 war es dann soweit, mein erstes Buch erschien. Gut, das Cover war … äh …. ja, Schwamm drüber. Aber mein erstes gedrucktes Buch, wow. Von eBooks musste ich den Verleger erst überzeugen, er wagte dann den Schritt und als wir 2013 dann die kostenlose Vorgeschichte »Die Bedrohung« veröffentlichten, verkaufte sich das Buch auch. Bis Ende 2013 waren über 500 Stück (rund 400 eBooks, 100 Prints) verkauft, Teil 2 erschien Ende 2013, Teil 3 Ende 2014 und das Jahr 2014 war der Hammer, allein in dem Jahr wurden über 1300 Exemplare der drei Teile verkauft. Die Prints liefen allerdings sehr mäßig und die anderen Bücher des Verlages auch nicht so toll und so ging ich mit dem nächsten Roman (Die Stunde der Helden), zum Mantikore Verlag. Im Herbst 2015 erreichte mich dann eine Mail mit der Mitteilung, dass der Koios Verlag sich zum Ende des Jahres auflösen würde.

2016-2017 Prometheus Verlag

Also musste ein neuer Verlag her. Mantikore war zwar interessiert, hatte aber erst 2017 einen Programmplatz frei. Über einen mir bekannten Autor kam ich mit Prometheus in Kontakt, die eigentlich Rollenspiele verlegten, aber gerade eine Romansparte an den Start brachten. Ich wurde mir mit dem Verleger schnell einig und noch im Laufe des Jahres 2016 erschienen die Paladine wieder als eBooks.

Mit den Prints dauerte es aber länger als gedacht und Ende 2017 kam es schließlich zu einer Auflösungsvereinbarung mit dem Verlag, der in der Folge sein Romanprogramm komplett einstampfte.

2018-2019 Papierverzierer Verlag

Self-Publishing? Ich spielte schon mit dem Gedanken, als mir abermals ein mir bekannter Autor den Weg zum damals aufstrebenden Papierverzierer

Verlag wies, mit dem derjenige bereits einige Zeit erfolgreich zusammenarbeitete. Klang nach einer Chance, also warum nicht.

Auch hier ging alles ganz schnell und die Trilogie war ab Sommer 2018 schon wieder am Start. Das erste Print erschien auch recht zügig, dann wurde aber meine Geduld abermals auf die Probe gestellt was die weiteren Prints angeht, es folgten weitere Unstimmigkeiten und schließlich meine Kündigung des Vertrages.

2020 Dann eben doch selber

Nochmal einen neuen Kleinverlag? Nee. Nach den unerfreulichen Erfahrungen und der durch KNV-Pleite und Libri-Auslistungen um sich greifenden Krise in der Branche, erschien mir das keine gute Idee. Zwar ist mein »Abenteuer Self-Publishing« mit Königsfeuer nicht so verlaufen wie erhofft, aber bei den Paladinen stellt sich die Lage etwas einfacher dar, denn zum Glück hatte ich mir bei der Auflösung des Vertrages mit Prometheus die damaligen Cover gesichert und mir bei der Grafikerin die Erlaubnis eingeholt, sie zu verwenden. (Vielen Dank an Melanie Phantagrafie an dieser Stelle!!!) Also konnte ich das Skript nach kurzer Überarbeitung und ohne große Kosten neu veröffentlichen und da sind sie nun – vorerst nur als eBook.

Ob es eine Print-Fassung geben wird, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Vielleicht wieder über einen Verlag, der nur die Printrechte nimmt, oder eventuell ein per Crowdfunding finanzierter Sammelband mit allen drei Teilen als Hardcover? Aber interessiert das jemanden, vor allem weil ja doch schon einige die Bücher besitzen? Und ist so ein 1000 Seiten-Wälzer überhaupt halbwegs günstig zu produzieren?

Na ja, nun schauen wir erstmal, wie sich die Paladine an der eBook-Front machen und im Frühjahr überlege ich mir dann, ob und ggf. was ich an der Printfront mache.