Auf der SPIEL 2025

Ende Oktober war es mal wieder so weit – die SPIEL in Essen rief, und das Team vom Mantikore-Verlag kam, denn schließlich machen wir ja SPIELbücher. Da ich quasi um die Ecke wohne, war auch ich wieder drei Tage mit am Stand.

»Kennst du Spielbücher?« – Eigentlich bin ich ja eher der introvertierte Typ, aber mit diesem Spruch kann man quasi jeden anquatschen, der am Stand des Mantikore Verlag stehen bleibt, denn im Grunde gibt es darauf nur drei Antworten und meist lässt sich am Gesichtsausdruck der Interessierten schon erahnen welche kommt.

Jörg Benne auf der SPIEL 2025

A) »Nein« oder »Nicht wirklich« kommt, wenn die Stirn in Falten liegt oder fragend zur Begleitperson geschaut wird – und in der Regel sind die Leute dann froh, wenn wir ihnen erklären, worum es geht. Da wir in der Rollenspiel-Ecke in Halle 2 angesiedelt waren, reicht bei vielen der Hinweis »Wie ein Soloabenteuer« und schon ist alles klar. Bei anderen holen wir etwas weiter aus.

»Du liest immer einen Abschnitt und kannst dann entscheiden wie es weitergeht. Dadurch entwickelt die Geschichte sich jedes mal anders, es gibt verschiedene Enden und du kannst sie dann nochmal spielen und schauen, was passiert wäre, wenn du dich anders entschieden hättest. Bei den meisten Büchern gibt es auch noch einen Rollenspielaspekt, du würfelst mal Kämpfe aus, notierst dir bestimmte Werte oder Gegenstände oder löst auch mal ein Rätsel.«

Nicht selten kommt dann. »Ach, so was hab ich als Kind mal gespielt, von Gänsehaut oder Die drei Fragezeichen. Ich wusste gar nicht, dass es das auch für Erwachsene gibt.« Und wenn man dann sagt, dass unser Stand NUR Spielbücher bietet, sind sie gehookt und schauen sich um.

B) »Ja, klar, ich hab schon X und Y von Euch.« Manchmal erzählt mir die oder der Interessierte dann noch, wie toll ihnen VERAX oder PAULSON’s PEAK gefallen hat, ohne zu ahnen, dass sie mit dem Autor reden 🙂 – und dass sie wieder da sind und ein neues Spielbuch wollen, zeigt ja, dass ich offensichtlich ihren Geschmack getroffen habe.

C) »Ja, von früher. Wie hießen die nochmal? <grübel>…«
Je nach geschätzter Altersgruppe antworte ich dann: »Einsamer Wolf/Fighting Fantasy« oder »Insel der Tausend Gefahren, Gänsehaut, Drei Fragezeichen …«
»Genau – sowas gibt’s noch?«

Und dann gibt es manchmal diesen magischen Moment. Kindheitserinnerungen werden wach, Augen leuchten auf, ein strahlendes Lächeln erscheint. Da wird der Einsame Wolf wieder zur Hand genommen und sich an die vielen Tode erinnert, die man gestorben ist, in vergangenen Heldentaten geschwelgt und sich einfach gefreut, dass es das, was einen vor 20-30-40 Jahren mal so begeistert hat, immer noch gibt. Dass man in unseren modernen Spielbüchern nicht mehr so oft stirbt ist dann ein gutes Argument, es mal mit einem von diesen zu versuchen, Kinder werden von ihren Eltern angesteckt und probieren eines der Bücher für eine jüngere Zielgruppe aus – oder starten gemeinsam mit Mama oder Papa noch einmal die Abenteuer des Einsamen Wolfs.

Auch deshalb macht mir die SPIEL jedes Jahr wieder Spaß. Nach drei Tagen habe ich zwar platte Füße und kaum noch Stimme, aber es ist immer wieder eine Freude Jung & Alt, Veteran & Newbie für diese besonderen Bücher zu begeistern – nicht zuletzt, weil wir so ein tolles Team am Stand sind.

Deshalb freue ich mich auch schon jetzt auf das nächste Jahr – wenn ich hoffentlich mit einer Spielbuch-Neuheit am Stand sein werde!