Über 20 Jahre ist es her, da veröffentlichte Walter Moers mit »Die Stadt der träumenden Bücher« einen meiner absoluten Lieblingsromane. Mit »Der Schrecksenmeister« folgte ein weiteres Meisterwerk und auch das zuvor erschienene »Rumo & das Wunder im Dunkeln« hat es mir angetan. Dann aber geriet der Meister (nicht nur meiner Meinung nach) in eine Schaffenskrise.
»Das Labyrinth der träumenden Bücher« geriet inhaltlich zu einer unnötigen Nacherzählung seines größten Werkes und nach jahrelanger Pause kam dann mit »Prinzessin Insomnia« ein Buch, mit dem ich so gar nichts anfangen konnte und das ich deshalb sogar abbrach.
Seither war ich bei Moers skeptisch. Nachdem sein letztes Buch Qwert aber von vielen Kritikern gelobt wurde, wagte ich mal wieder eine Reise nach Zamonien – obwohl, da landet man gar nicht.
Den Titelheld Qwert Zuiopü kennt man bereits aus »Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär«. Nach einem Sturz durch ein Dimensionsloch findet er sich in der Welt Ormea im Körper des wagemutigen Ritters Prinz Kaltbluth wieder – eine Figur, die auch schon in anderen Romanen Erwähnung fand. Der hat sich vor Qwerts Ankunft schon einige Feinde unter der Ritterschaft gemacht, doch damit nicht genug, hat gleich Qwerts erste Handlung in der unbekannten Welt ungeahnte Konsequenzen und so stolpert er mit seinem Knappen Oyo und dem Reitwürmchen Schneesturm von einem Mini-Abenteuer ins nächste.
Meine Meinung:
Zu Beginn hat Qwert mir gefallen und mir Hoffnung gemacht, dass Walter Moers wieder zu alter Form aufläuft. Jede Menge verrückte Ideen, Wortspielereien und zahlreiche von ihm selbst angefertigte Illustrationen sorgten für Lesespaß und es machte Spaß, die abgedrehte Welt zu entdecken.
Leider hielt das bei mir allerdings nicht lange vor, denn es gibt einfach zu viele Wiederholungen: Die ständigen Zitate aus dem Ritterhandbuch, immer wieder neue Ritter die ein Duell wollen und generell ein paar Running Gags zu viel, die auf die Dauer einfach ihre Zugkraft verloren.
Mein Hauptproblem war allerdings die sehr träge – und in Teilen früh vorhersehbar – vor sich hindümpelnde Handlung, der gerade im letzten Drittel massiv die Puste auszugehen scheint. Die knapp 600 Seiten sind einfach zu viel für die insgesamt doch recht dürre Story, hier wäre weniger mehr gewesen. Dazu dann noch der absurd hohe Preis von 42 Euro für das Hardcover – da reicht es bei mir dann doch wieder nur für eine Durchschnittsbewertung. Schade.
